Ablegerbildung

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Werner Küching

April 2016

Ablegerbildung

Ab Mitte April aus einem oder zwei starken Völkern zwei Brutwaben entnehmen (ab Mai drei, im Juni 4-5). Die Waben sollen gut mit Brutzellen bestückt sein, vor allem sind frische Eier (stehend) wichtig, aus denen die Bienen ihre neue Königin züchten können. Diese Brutwaben werden in eine neue Zarge direkt am Rand eingehängt. Wichtig sind außerdem ansitzende Bienen, damit genug Personal zur Brutpflege vorhanden ist (Jede Wabenseite muss halb mit Bienen besetzt sein). Gleich neben die Brutwaben kommt eine leere Mittelwand oder, wenn vorhanden eine ausgebaute leere Wabe. Daneben eine Futterwabe oder Dosen, Tetrapcks mit Futter (Schwimm- und Ausstiegshilfe nicht vergessen!). Wie der eine Position weiter zur Mitte wird eine mit Wasser benetzte Wabe (Mittelwand oder ausgebaut) eingesetzt. Der restliche Raum ist mit Mittelwänden aufgefüllt. Das Flugloch wird bis auf einen engen Spalt auf der Seite der Brutwaben mit einem Schaumstoffstreifen eingeengt.

Viele Imker stellen den so gebildeten Ableger zwei Kilometer weit weg und holen ihn nach ein, zwei Wochen wieder zurück. Das scheint nach meinen Erfahrungen nicht notwendig zu sein. Wenn man bei schlechtem Flugwetter zwei Tage das Flugloch verschließt, danach reichlich Tannen- oder Fichtenzweige vor das Flugloch stellt, scheint es so zu sein, dass sich die Bienen, dadurch irritiert, neu einfliegen. Jedenfalls hatte ich noch nie Probleme damit.

Nach einem Monat sollte die neue Königin mit dem Eierlegen begonnen haben. Zu diesem Zeitpunkt sind noch nicht viele Bienen vorhanden. Sie können die Queen leicht finden und kennzeichnen (Vielleicht vorher mal mit Drohnen üben!). Weil auch noch nicht viel neue verdeckelte Brut angelegt ist (die ursprüngliche ist nicht mehr da, weil die Bienen mittlerweile geschlüpft sind) ist jetzt ein günstiger Zeitpunkt für eine Milchsäurebehandlung (15%): Von jeder Wabenseite ein kurzer Spühstoß aus der Sprühflasche – fertig.

Ist die erste Wabe neben den ursprünglichen Brutwaben mit Brut besetzt, wird gleich daneben eine weitere Mittelwand eingesetzt und das Futter (nachgefüllt) ggf. weiter in die Mitte gerückt. Wasser ist jetzt nicht mehr notwendig. Die Bienen haben ihre „Quelle“ bestimmt längst gefunden[1]. So bauen die Bienen kontinuierlich in den freien Brutraum hinein

Das Flugloch bleibt bis Ende September eng.

Bei der Spätsommerbehandlung kann je nach Milbenprüfung auf die erste Ameisensäurebehandlung verzichtet werden. Es genügt dann die Behandlung nach der Winterfütterung. (Überwinterung auf einer Zarge.)

 

Quelle: Dr. Pia Aumeier und eigene Erfahrungen

[1] Eine Bienentränke mindestens 30m vom Bienenstock entfernt aufstellen, damit die Bienen nicht hineinkoten. Auch hier die Schwimmhilfe nicht vergessen. Die Damen mögen keine nassen Füße.